• Räume im Graubereich, statt graue Räume
Viele Veranstaltungen aus dem Graubereich finden in sogenannten Zwischenräumen oder an Unorten statt – also an Orten, die gar nicht oder unternutzt sind. Unorte werden im Graubereich vielfach als Möglichkeitsräume gesehen und motivieren viele Menschen dazu, aktiv zu werden. Dabei dürfen Sicherheitsmaßnahmen nicht außer Acht gelassen werden! Trotzdem funktioniert eine kleine Bühne auch ohne eine vorherige Abnahme durch das Bauamt, wenn ihr sie gut sichert. So spart Ihr Zeit und Ressourcen, müsst euch nicht ewig mit Behörden rumärgern.
Durch das Arbeiten im Graubereich ergeben sich natürlich auch andere Ansprüche an den Ort. Gut ist es, einen Ort zu finden, der vielleicht etwas unbekannter oder auch noch gar nicht erschlossen ist. Außerdem müsst ihr euch schon bei der Ortssuche im Klaren darüber sein, was ihr machen wollt; kulturell die Welt verändern oder einen kurzweiligen Rave? Wollt ihr lieber etwas Einmaliges veranstalten oder euch in einem Zwischenraum festsetzen? Egal was, wichtig ist, dass ihr im Vorhinein die Umgebung und die Eigentumsverhältnisse des Ortes analysiert und mit bedenkt. Ein paar praktische Tipps, was es bei diesem Thema zu beachten gilt, findet ihr unter Werkzeuge und Instrumente im Graubereich.
Sich einen Raum anzueignen kann über verschiedene Wege gelingen. Viele Möglichkeiten wurden hier bereits beschrieben. Etwas direkter und radikaler ist die Besetzung. Diese Form der Aneignung hat eine lange Tradition im alternativen Sektor der Stadt. Natürlich sind diese Herangehensweisen mit Bedacht zu genießen, denn Probleme mit den Ordnungskräften und strafrechtliche Konsequenzen sind vorprogrammiert. Dennoch ist wichtig zu erwähnen, wie viele Orte aus solchen Aktionen hervorgegangen sind, die heute als selbstverständlich gelten. Die beiden UJZ´s Glocksee und Korn, die soziokulturellen Zentren Pavillon und FAUST sind da als erfolgreiche Beispiele zu nennen. Auch wenn Besetzungen keinen Erfolg haben, können sie den Finger in die Wunde legen und deutlich machen, was in einer Stadt für Bedürfnisse existieren.
Eine Checkliste, die dir bei der Raumsuche helfen kann, hat das Urban Equipe und Kollektiv Raumstation ausgearbeitet und findest du hier.