• Stadtmachen, statt nichts machen – eigene Handlungsspielräume in der Stadt finden
Die Stadt ist der Motor der Gesellschaft. In den historisch gewachsenen und immer wieder veränderten Zentren ist viel Platz für neue Ideen und Visionen. Oft prallen Welten aufeinander: Kunst und Kultur treffen auf Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft prägen Alltag und Lebensrealität. In Zukunft werden neue oder alternative Formen der Zusammenarbeit notwendig sein, um das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen nachhaltig und gerecht zu gestalten.
Dieser Verantwortung und dem Wunsch nach Veränderung und Mitbestimmung kommen immer mehr Initiativen nach, die sich dem Stadtmachen widmen. Sie formen ein wachsendes Gegengewicht zur herkömmlichen Planungspraxis. Dabei eröffnen sie durch ihr direktes Eingreifen, ihre Vielfalt an beteiligten Menschen und ihre kreativen Ansätze neue Möglichkeiten der Nutzung und Gestaltung von Freiräumen. Ob mit oder ohne konkreten Ort werden dadurch Alternativen der Stadtplanung erprobt, die den gesellschaftlichen Wandel als Chance begreifen. Dabei setzen sich die Stadtmacher:innen unter anderem diese Schwerpunkte: Gemeinwohl, Klimaschutz und Nachhaltigkeit, alternative Arbeits- und Finanzierungsmodelle oder neue Formen der Teilhabe für eine vielfältige Gesellschaft.
In diesem Sinne, ist der Text hier ein Aufruf, damit die Bürger:innen der Stadt eigene Handlungsspielräume entdecken und Träume verwirklichen können. Sicher ist, dass in der Zukunft grundlegende Veränderungen auf alle Menschen zukommen werden, die nur gemeinsam angegangen werden können. Die folgenden Kapitel geben Einblick und Inspiration, leiten an helfende Hände weiter oder machen Mut, in deiner Stadt aktiv zu werden:
Einen einfachen Einstieg zum Stadtmachen verschafft dir eine Bestandsaufnahme. Sie dient hierbei als erste Orientierung in der Stadt und steht daher auch im Vordergrund:
• Wie tickt die Stadt?
Um deine Vorlieben und Möglichkeiten zusammenzuführen, wird im ersten Teil das Fundament gelegt. Einige der hier vorgestellten Bereiche erleichtern dir das Eintauchen in die Stadt.
Bist du bereits angekommen, merkst du schnell: Du bist keinesfalls allein! Kompliz:innen können dir das Leben erleichtern und dich bei deinem Projekt unterstützen. Ob Zivilgesellschaft, Einrichtungen, Szene oder Politik und Verwaltung – verschiedene Akteur:innen tummeln sich in der Stadt und werden dir immer wieder begegnen. Ohne die geeigneten Räume bleiben die besten Ideen auf der Strecke. Daher werden dir analoge und digitale Mittel an die Hand gegeben, die dir beim Suchen und Finden eines Raumes helfen. Es warten Vorschläge auf dich, die das gemeinsame Planen, Entwickeln und Gestalten vor Ort erleichtern.
Um dein Vorhaben erfolgreich umzusetzen, werden dir außerdem unterschiedliche Werkzeuge und Instrumente vorgestellt. Um den Zugang zu Planungsprozessen zu ermöglichen, stellt sich folgende Frage: Welche Werkzeuge und Instrumente gibt es im formellen Bereich? Dabei werden private und öffentliche Räume noch einmal genauer betrachtet und die Frage der Zuständigkeit geklärt. Zu guter Letzt werden Vermittlungen, Angebote und Beratungen durch städtische, regionale und landesweite Adressen benannt, aber auch unabhängige Stellen vorgestellt, die dir bei der finanziellen und organisatorischen Unterstützung zur Seite stehen.
Diese zusammengetragenen Punkte werden jeweils durch alternative Herangehensweisen und andere Blickwinkel ergänzt. Im Graubereich verschwimmen die klaren Zuständigkeiten, Grundstücksgrenzen oder Fördermöglichkeiten. Vieles ist Auslegungs- und Verhandlungssache. Wir wollen dir Mut machen, von der Norm abzuweichen, unkonventionell zu sein und dir deine Träume, Visionen oder Forderungen zu ermöglichen.