Ein Sicherheitskonzept dient dazu, Krisenfälle auf eurer Veranstaltung zu vermeiden, sich darauf vorzubereiten, sie zu erkennen und zu bewältigen sowie nachzubereiten. Solltet ihr Eure Veranstaltung für 5.000 Menschen planen, müsst ihr ein Sicherheitskonzept erstellen, auch wenn euer Veranstaltungsort für 5.000 Plätze ausgelegt ist und ihr zum Beispiel nur eine 80-prozentige Auslastung plant. Bei weniger Besuchenden ist es dennoch ratsam. Um herauszufinden, welche Punkte ihr bedenken müsst, geben die Sicherheitsexpert:innen und Autor:innen diverser Sicherheitsbücher Thomas Sakschewski, Kerstin Klode und Siegfried Paul an, dass Veranstaltungen aus Sicherheitsperspektive grob in drei Bereiche geteilt werden können:
Die Inszenierung auf der Bühne, das Verhalten der Besucher:innen und die Umwelt.
• Warum ein Sicherheitskonzept?
Die folgenden Fragen helfen euch zu verstehen, warum ein Sicherheitskonzept auch abseits der gesetzlichen Pflicht von Vorteil sein kann:
• Was für einen Zweck verfolgt die Veranstaltung?
• Ist für ausreichend Budget gesorgt oder sind hier noch Schwachstellen?
• Sind die Verantwortlichkeiten geklärt?
• Wurde die Machbarkeit geprüft?
• Welche Gefahren und Risiken ergeben sich durch die Veranstaltung?
• Mit welchem Verhalten der Besucher:innen müsst Ihr bei der Veranstaltung rechnen?
• Wer trifft die Entscheidungen bezüglich der Veranstaltung?
• Welche Informationen liegen über die Veranstaltung vor?
• Wie sind die Beteiligten vorbereitet? 1
Wie ihr aus den Fragen lesen könnt, ist es leider sehr schwierig, Veranstaltungen mithilfe von Checklisten zu bewerten, um daraus Maßnahmen zu schlussfolgern, da diese wiederholbare Vorgänge voraussetzen und das bei der Vielfalt von Veranstaltungen nicht möglich ist. Es kann für euch sinnvoll sein, Texte des Buches »Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen – Best Practices« zu lesen, da hier auf Methoden unterschiedlichster Veranstaltungsarten eingegangen wird, um Sicherheitskonzepte zu erstellen.
Die Stadt Hannover stellt für euer Sicherheitskonzept einen Musteraufbau eines Sicherheitskonzeptes zur Verfügung.
Euer Sicherheitskonzept sollte sich hiernach in drei Teile untergliedern:
1. Veranstaltungsbeschreibung
2. Infrastruktur, Aufbauten und Verkehr
3. Gefahrenanalyse, Szenarien, Maßnahmen
Soweit kriegt ihr das hin, denn welche Infos (z. B. Umgang mit Unwetter, Stromausfall oder Überfüllung) genau aufgeführt werden, findet Ihr in dem Musteraufbau. Im Punkt c) seht ihr, dass ihr eine Gefahrenanalyse erstellen sollt. Sie hilft Euch, eure Veranstaltung besser zu definieren und herauszufinden, in was für Gewässern ihr euch bewegt. Der Musteraufbau kann zu Beginn der Planung sogar ein nützliches Tool sein, um für euch zu klären, ob ihr Dinge genauso machen wollt, wie ihr dachtet, sie machen zu müssen.
Good to know: Euer erster stichfester Entwurf für ein Sicherheitskonzept muss der Genehmigungsbehörde spätestens acht Wochen vor Veranstaltung vorliegen. Änderungen oder Ergänzungen erfolgen danach von den Behörden.
1. Sakschewski, Klode, Paul, et al. Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen – Best Practices, S. 334-335. 2. überarbeitete und erweiterte Ausgabe ed., Berlin, Beuth Verlag GmbH, 2020