Getreu dem Motto »Stadt gemeinsam gestalten« werden hier Möglichkeit der Zusammenarbeit vorgestellt, die dich bei deinem Vorhaben inspirieren, begleiten oder unterstützen können.
Zuerst werden Vorschläge für Kompliz:innen aus der Zivilgesellschaft gemacht, da diese Gruppen am einfachsten aufgesucht und einbezogen werden können. Weiter geht es mit kommunalen Einrichtungen und Einrichtungen freier Träger im Kunst- und Kulturbereich. Sie können dir die Arbeit erleichtern, indem sie zum Beispiel ihre Infrastruktur und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Etwas spezieller wird es dann, wenn du auf verschiedene Bereiche der Szene ein Auge geworfen hast. Ebenfalls mit von der Stadtpartie sind Politik und Verwaltung. Sobald etwas untypisch oder unmöglich wird, können Kompliz:innen aus dem Graubereich die richtigen Lösungen parat haben.
• Zivilgesellschaft
So vielfältig die Menschen, ihre Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten sind, so verschieden ist auch die Zivilgesellschaft zusammengesetzt. Sie ist das gesellschaftliche Gegengewicht zu Staat, Wirtschaft und dem Privatbereich. Sie lebt von Engagement, Ehrgeiz und Emotionen und ist nicht parteipolitisch oder profitorientiert. Das Zentrum für politische Bildung schreibt, »wenn Vereine und Initiativen an demokratischen Werten orientiert sind und selbst demokratisch strukturiert sind, dann können sie so etwas sein wie eine Schule der Demokratie.« (www.bpb.de/politik/)
Eine starke Zivilgesellschaft ist somit wichtig für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft.
• Familie und Freundeskreis
Laut Definition gehören die Familie und das enge Umfeld zwar nicht zur Zivilgesellschaft, aber sie engagieren sich garantiert auch in einer Gruppe, oder nehmen Angebote wie Sport und Beratung wahr. Fragen schadet also nicht!
Generell können dir deine privaten Kontakte dabei helfen, die nötige Unterstützung zu bekommen – und sei es nur mental oder durch aufmunternde Worte. Wenn zu Beginn deines Projektes auf laute Gedanken erste Handgriffe folgen sollen, können dir gute Freund:innen und Familienangehörige bestimmt einen Gefallen tun und dich bei deinem Vorhaben unterstützen. Vielleicht entwickelt sich gerade aus einer Gesprächsrunde am Kaffeetisch eine zündende Idee?
• Initiativen und Bewegungen
Gemeinsame Sache machen und dadurch die Welt verändern: Zahlreiche Gruppen engagierter Bürger:innen haben sich bereits gefunden und organisieren verschiedene Aktivitäten zu ihren spezifischen Anliegen. Viele Menschen handeln auf lokaler Ebene, um globalen Herausforderungen wie der Klimakrise, Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung oder der Ausbeutung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken. Informationsveranstaltungen, Demonstrationen oder auch Ausstellungen geben dir Einblicke in ihre Arbeit. Manche Gruppen sind offener als andere. Einige wirken oder sind elitär, andere bieten ein sicheres Umfeld für Betroffene. Die wohl größten und zum Teil international tätigen Gruppen sind Nichtregierungsorganisationen, auch NGOs genannt. Sie haben in vielen Städten sogenannte Ortsgruppen. Sie sind echte Profis auf ihrem Gebiet und können dein Vorhaben durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen untermauern.
Etwas greifbarer wird es vielleicht, wenn du auf Initiativen stößt, die sich direkt vor Ort, im Wohnblock oder im Stadtteil engagieren. In Nachbarschaftsinitiativen kommen die Bewohner:innen eines Viertels und die Vertreter:innen ansässiger Einrichtungen oder Vereine zusammen. Sie setzen sich zum Beispiel für die Verbesserung der Lebensverhältnisse, des Wohnumfeldes oder der Freizeitangebote ein. Außerdem können sie dank ihres lokalen Netzwerkes Auskunft über weitere Gruppen von Bauherr:innen, Mieter:innen oder Eigentümer:innen geben.
• Vereine und Verbände
Ob sportlicher Wettkampf und Tradition oder Kreativität ohne Grenzen und Angebote bis spät in die Nacht: Die Vereinslandschaft in Deutschland ist so weit wie der Horizont. Das Vereinsregister zählt über 580.000 Einträge. Die Liste reicht von Schützenvereinen, zu Sportverbänden, über Vereine mit gesellschaftlicher, kultureller oder religiöser Ausrichtung. Kulturzentren, Vereinsheime und -gelände, Angebote für Kinder und Familien sind überall in der Stadt verteilt. An manchen Orten steigt jedoch die Trefferquote. Denn häufig teilen sich Gruppen auch Räume mit anderen Initiativen, so dass es sich lohnt, dort einfach mal vorbeizuschauen. Das Kulturzentrum Faust e.V. beherbergt zum Beispiel über 30 Vereine und Initiativen!
Damit du dir einen Überblick verschaffen kannst, welche Vereine sich in Hannover im zivilgesellschaftlichen Bereich engagieren, lohnt ein Blick auf diese Seite. Falls du noch tiefer eintauchen möchtest, nimm das Zuwendungsverzeichnis der Stadt unter die Lupe. Hier ist die Gesamtheit der geförderten Initiativen und Kulturorte in Hannover aufgelistet.
• Komplizenschaft im Graubereich
Komplizenschaft im Graubereich ist sehr wichtig. Es kann zu Problemen mit der Stadtverwaltung und / oder Nachbar:innen kommen. Deswegen ist es im Vorfeld schon sehr wichtig, Netzwerke zu knüpfen und sich mit allen Protagonist:innen gut zu stellen. Es ist auch immer gut, einen Blick in die Szene der Stadt zu werfen und sich zu fragen, wer arbeitet schon im Graubereich. Was sind positive Beispiele und wer kann uns durch Erfahrungen und Expertise Hilfestellung geben?
Wenn ihr euch entschieden habt, an einem Ort zu bleiben und wiederkehrende Kulturveranstaltungen zu organisieren, wird der Kontakt zu den Eigentümer:innen relevant. Euer Konzept muss daher gut verständlich ausgearbeitet und präsentabel sein, um diese Menschen zu überzeugen. Bietet euch als Partner:innen an und macht den Gesprächspartner:innen verständlich, dass ihr Nutzen bringt und Leerstand allen schadet.
• Mehr zu diesem Thema findet ihr unter dem Punkt Räume.