• Warum zählt, wer auf der Bühne steht
Unsere Gesellschaft ist von unterschiedlichen Unterdrückungs- und Ausschlussstrukturen durchzogen; da wären Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Abeilismus, Klassizismus, Heteronormativität usw. Das heißt auch, die Veranstaltungen, die wir planen sind von diesen ungerechten Strukturen beeinflusst. Sich dessen bewusst zu werden, ist der erste Schritt, um am Abbau von Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu arbeiten. Als Veranstalter:in haben wir in der Hinsicht eine besondere Verantwortung gegenüber dem Publikum, den Künstler:innen und auch uns selbst. Daher ist ein weiterer Schritt, sich zu fragen, wem du die Bühne und somit die Öffentlichkeit und die finanzielle Honorierung zur Verfügung stellen möchtest. Im gleichen Atemzug stellt sich auch die Frage, wie du deine Veranstaltung für Menschen, die von gesellschaftlicher Diskriminierung betroffen sind, sicherer machen kannst.
Also, was kannst du als Veranstalter:in tun
• Suche dir Verbündete, die zum gleichen Thema arbeiten. Tausche dich mit ihnen aus. Gibt es lokale Kämpfe, die du und dein Team / Kollektiv unterstützen könnt?
• Nutze deine Privilegien und teile deine Ressourcen mit Anderen
• Reflektiere in deinem Team / Kollektiv Machtstrukturen (Wer trifft welche Entscheidungen und warum? Sprecht offen über Geld!)
• Sei offen immer wieder deine Denkmuster über Bord zu schmeißen. Informiere dich und suche nach Bildungsangeboten zum Thema.
• Habe Mut auch mal zu scheitern!
Was kannst du für die Künstler:innen tun?
• Binde Künstler:innen von Anfang an mit ein (am besten honoriert), frage sie nach ihren Bedürfnissen und Wünschen (z. B. wie möchten sie angekündigt werden, schick ihnen den Text vor der Veröffentlichung zu).
• Befrage deine Motivation: Warum buchst du diese:n Künstler:in? Was erhoffst du dir davon? Was kannst Du für sie / ihn leisten, was nicht?
• Plane mehr finanzielle Ressourcen für das Thema ein.
Was kannst du für das Publikum tun?
• Suche das Gespräch mit betroffenen Gruppen / Individuen und frage, was du tun kannst, um einen sicheren Ort für sie zu schaffen.
• Biete Angebote für das Publikum, sich aufzuklären und Möglichkeiten, sich zu engagieren.
• Sei offen und ehrlich in der Kommunikation mit dem Publikum, wenn es Probleme gibt.
Literaturtipps
• Ann Wiesenthal (2017): Antisexistische Awareness. Ein Handbuch. Unrast Verlag.
• Tupoka Ogette (2019): Exit racism. Rassismuskritisch denken lernen. Unrast Verlag.
• Noah Sow: Rassismuskritisch veranstalten. In: kurse.noahsow.de/lp/erfolgreich-rassismuskritisch-info
• ak moB: Aus.Schluss. Barrierfrei veranstalten. In: bidok.uibk.ac.at/library/akmob-barrierefrei